Liegen Singlebörsen noch im Trend?

Die Partnersuche hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Immer mehr Datingportale und Singlebörsen sind wie Pilze aus der Erde geschossen und versprechen den Menschen, dass sie die Liebe ihres Lebens finden werden.

So gut das alles auch klingen mag, es hat nicht nur Vorteile, so wie es auf den ersten Blick scheinen mag.

Es haben sich auch einige nicht zu verachtende Nachteile herausgebildet, welche dem Ruf der Singlebörsen verschlechtert haben und zu einem Rückgang der Nutzung führen. Das Offline-Dating wird wieder beliebter.

Wie funktionieren Singlebörsen?

Ganz am Anfang erfolgt die Anmeldung. Man erstellt ein Profil von sich selbst, gibt Daten von sich an, wie zum Beispiel Hobbies und aktuelle Lebensumstände und vervollständigt es durch den Upload von einem oder mehreren Bildern.

Diese zeigen einen selbst -natürlich aus dem bestem Blickwinkel. Durch das Ausfüllen von Fragebögen werden beispielsweise potentiell zueinander passende Personen gefunden, welche dann miteinander kommunizieren können. Oder es werden eine große Anzahl an Singles aus der eigenen Umgebung angezeigt, mit denen Sie sich dann in Verbindung setzen können. Meist erfolgt eine Unterteilung in Basis- und Premiummitglieder.

Für letzteres muss natürlich extra gezahlt werden, wenn die Mitgliedschaft nicht sogar schon von vornherein kostenpflichtig ist. Ist die Anmeldung und das Durchstöbern der potentiellen Datingpartner kostenlos, so muss in den meisten Fällen spätestens bei einer gewünschten Kontaktaufnahme gezahlt werden.

Es gibt, wenn überhaupt, nur sehr wenige komplett kostenfreie Singlebörsen. Auf diesen treiben sich dann aber auch viele zwielichtige Gestalten herum.

Vorteile von Singlebörsen

Der große Vorteil besteht natürlich darin, nicht das Haus verlassen zu müssen. Gerade alleinerziehende Väter und Mütter finden keine Zeit, einfach mal vor die Tür zu gehen und neue Leute kennenzulernen.

Auch Geschäftsleute mit vollen Terminkalendern setzen sich lieber abends noch eine halbe Stunde vor den PC, anstatt in einer Bar Ausschau nach potentiellen Partnern zu halten. Neben dem zeitlichen Aspekt ist da natürlich auch noch die Einfachheit.

Hier ein Klick – da ein Klick und schon steht die Chat-Verbindung.

Die Hemmungen sind hier deutlich geringer als im „wahren Leben“. Selbst eigentlich sehr schüchterne Menschen finden hier den Mut fremde Personen anzusprechen.

Und natürlich kann man sich vorher einen optimalen Überblick über den potentiellen Partner verschaffen, da ja ein ausführliches Profil mit zahlreichen persönlichen Angaben und einigen Bildern vorhanden ist. Also was kann denn so schlimm an Singlebörsen sein?

Die Nachteile der Singlebörsen

Wenn Sie schon einmal auf einer Singlebörse waren oder sogar schon längere Zeit versucht haben über solche Websites einen Partner zu finden, haben Sie bestimmt auch schon einige der Nachteile kennengelernt.

Wie bereits bei der Funktionsweise schon erwähnt, kostet fast jede seriöse Plattform Geld.

Die Anbieter lassen sich den Service auch wirklich nicht schlecht bezahlen, da die Nutzer bereit sind zu zahlen, wenn sie dafür ihre wahre Liebe finden. Bei guten Singlebörsen wird man aber bereits vor der Anmeldung darauf hingewiesen.

Es gibt aber auch sehr viele unseriöse Exemplare, bei denen Sie nach der ersten Testphase plötzlich eine Rechnung über 100 – 300 Euro für ein angeblich abgeschlossenes Abo erhalten.

Bei dem riesigen Angebot von Singlebörsen existieren natürlich auch komplett kostenfreie Varianten.

Das merken Sie leider auch an der Qualität. Häufig finden sich auf diesen Websites viele Personen mit zwielichtigen Absichten.

Nachrichten wie „Hey Süße, Lust zu…“ sind dabei leider keine Seltenheit. Daher geben Partnersuchende auch lieber den ein oder anderen Euro mehr aus, um auf einer seriösen Singlebörse mit Menschen zu schreiben, die wirklich Interesse an einem längerfristigen Kontakt haben.

Wahrheitsgemäße Angaben?

Ein weiterer Nachteil ist das eigene Profil. Eigentlich ist es ja gar nicht zu schlecht – man weiß genau mit wem man es zu tun hat, da alle Informationen bereits angegeben wurden und Bilder hat man dazu auch noch. Nur leider kann bei dem eigenen Profil sehr viel kaschiert werden.

Negative Eigenschaften werden sowieso nicht angegeben und die ein oder andere positive Eigenschaft wird hinzugemogelt.

Man denkt sich Aktivitäten und Hobbies aus, die einen interessanter erscheinen lassen. Niemand würde ein Bild von sich ins Internet stellen, aus dem man nicht auch wirklich von der Schokoladenseite getroffen wurde.

Deshalb wird lange überlegt, welches Foto man als Profilbild verwendet. Zur Not wird es vorher noch intensiv bearbeitet.

Mit den heutigen Möglichkeiten der Bildbearbeitung kann teilweise eine fast komplett neue Person entstehen. Zähne werden aufgehellt, die Haarfarbe geändert, Fältchen geglättet, Fettpölsterchen retuschiert und vielleicht gleich noch die Nase gerichtet. Manche Menschen benutzen von vornherein lieber das Bild vom besten Kumpel oder der besten Freundin, da diese(r) ja sowieso viel besser aussieht. Spätestens beim ersten Treffen ist die Überraschung dann groß.

Der Überschuss an Männern

Viele Seiten geben zwar an, dass bei Ihnen ein gleicher Anteil an Frauen und Männern vorhanden ist, nur leider stimmt dies so gut wie nie. Meist sind ca. 70 % aller Mitglieder männlich. Durch diesen Überschuss werden Frauen geradezu bedrängt und die Herren finden keine geeignete Chat-Partnerin. Sie fühlen sich am Ende ignoriert und sind frustriert.

Um dem entgegenzuwirken setzen viele Websites auf sogenannte „Chat-Animateure“.

Mitarbeiter geben sich als hübsche und attraktive Dame aus und chatten ausgiebig mit den männlichen Singles, ohne dass diese überhaupt mitbekommen, dass es sich um kein echtes Mitglied handelt.

Ein Treffen findet deshalb auch nie statt. Somit kann es passieren, dass Sie nicht mit der 32-jährigen Laura, einer Sekretärin mit langen braunen Haaren, schreiben, sondern mit dem 48-jährigen arbeitslosen Dieter mit Glatze, der sich nur nebenbei als Profi-Chatter was dazu verdient.

Der Trend wandelt sich wieder zum Offline-Dating

Bei diesen Tatsachen ist es nur nahe liegend, dass echte Singles bald das Weite von solchen Webseiten suchen. Zu groß sind die Enttäuschungen der letzten 25 Chatpartner.

Nur gut, dass sich durchschnittlich rund 27 % aller Paare im eigenen Freundeskreis finden. Für Partnersuchende werden sogar extra Veranstaltungen angeboten, wie beispielsweise das Speed-Dating, Single-Parties oder sogar Single-Reisen.

Die Möglichkeiten des Offline-Datings werden immer umfangreicher, weshalb es umso mehr Menschen auch wieder vom PC weg und in das reale Leben zieht.

So bleibt der Nervenkitzel erhalten, wenn Sie sich zum ersten mal alleine mit einem potentiellen Partner auf einen Kaffee treffen und erst hier durch Fragen alles über Ihr Gegenüber erfahren, was Sie wissen möchten.